Pflanzen nehmen Haupt- und Spurennährstoffe in gelöster Form aus dem Boden auf. Die Versorgung der Böden mit Nährstoffen ist sehr unterschiedlich. Sie hängt von der Bodenart, der Humusversorgung und der vorausgegangenen Düngung ab. Wenn Pflanzen nicht richtig wachsen, wird häufig vermutet, dass sie unter Nährstoffmangel leiden. In den meisten Fällen ist es aber gar kein Mangel an Nährstoffen im Boden, sondern es sind ungünstige Wachstumsbedingungen wie Trockenheit, Lichtmangel, Bodenverdichtung, Vernässung oder zu wenig Fruchtbarkeit durch Mangel an organischer Substanz. Mit Hilfe einer Bodenuntersuchung ist festzustellen, wie der Boden mit Nährstoffen versorgt ist. Ausreichend ist eine solche Untersuchung des Gartenbodens alle 3-5 Jahre. Bei der Bodenuntersuchung werden alle pflanzenverfügbaren Nährstoffe, der pH-Wert und der Humusgehalt bestimmt, um daraus den Bedarf an Nährstoffen bzw. Düngemitteln ableiten zu können. Lange in Kultur befindliche Gärten weisen oft hohe Nährstoffgehalte auf, so dass die Düngung reduziert werden kann. Aber nicht nur der Nährstoffgehalt im Boden bestimmt die notwendige Düngermenge, sondern auch die Nährstoffmenge, die mit dem Erntegut dem Boden entzogen wird. Durch den Anbau und die Ernte von Gemüse werden mehr Nährstoffe entzogen als bei Obst oder Zierpflanzen. Beim Rasen ist die Häufigkeit des Mähens bzw. die Grasmenge entscheidend.
Zusätzlich zu den Nährstoffen wird der pH-Wert bestimmt. Dieser Wert gibt Auskunft über den Säuregrad des Bodens, der für die Verfügbarkeit der Nährstoffe bedeutsam ist. Einzuschicken ist eine Bodenprobe bei der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA Nord-West, Jägerstrasse 23 - 27, 26121 Oldenburg).
Liegt zum Beispiel eine hohe Phosphat- und Kaliversorgung im Boden vor, wie es häufig der Fall ist, sollte nicht mit einem Volldünger, aber auch nicht mit Stallmist oder Kompost gedüngt werden. Stattdessen reicht ein reiner Stickstoffdünger wie z.B. Hornmehl oder Hornspäne. Sind die Nährstoffgehalte im Boden ausgewogen, kann mit 3 bis 5 Litern/m2 Kompost gedüngt werden. Das entspricht einer Schichtdicke von 3 bis 5 mm, nicht mehr! Dazu können 50 bis 150 g/m2 Hornmehl (im Gemüsegarten) oder Hornspäne (bei Dauerkulturen) und bei Bedarf 25 g/m2 Kalimagnesia ausgebracht werden.
Es gibt "starkzehrende" Pflanzen, die viele Nährstoffe brauchen, weil sie hoch wachsen oder viele Früchte ansetzen. Zu ihnen gehören die meisten Kohlarten, Gurken, Tomaten, Stangenbohnen, Kürbis, Zucchini und hohe Stauden wie Rittersporn, Rudbeckien, Dahlien, ebenso Rosen und Solitärgehölze.
"Schwachzehrende" Pflanzen benötigen weniger Nährstoffe. Zu ihnen gehören Möhren, Erbsen, Buschbohnen, Kräuter und niedrige Stauden, ebenso Hecken und Wildgehölze.
Es gibt:
Organische Dünger: Diese bestehen aus tierischen oder pflanzlichen Substanzen, z.B. Stallmist, Kompost, Hornspäne oder Hornmehl. Diese organischen Substanzen müssen von den Bodenlebewesen umgewandelt werden und wirken daher langsamer. Mit dieser Art der Düngung wird die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben angeregt und wichtiger Humus gebildet. Humus lockert schwere Böden, macht leichte Böden bindiger und speicherfähiger und liefert Nährstoffe.
Mineralische Dünger bestehen aus anorganischen Substanzen (z. B. Stickstoff, Phosphor, Kalium). Sie können je nach Herstellung und Zusammensetzung schnell oder langsam wirken.
Organisch-mineralische Dünger sind ebenfalls je nach Zusammensetzung unterschiedlich in der Wirkungsweise.
Der optimale Zeitpunkt für eine Düngung liegt vorrangig im späten Frühjahr, da zu diesem Zeitpunkt das Wachstum einsetzt. Düngt man zu früh, kann es zu einer Auswaschung wasserlöslicher Nährstoffe wie Nitrat und Kalium kommen. Entsprechendes gilt für Kompost oder Mist. Auch diese sollten im Frühjahr ausgebracht werden. Nach Ende Juni oder gar im Herbst ist eine Düngung nicht mehr sinnvoll. Die Pflanzen sollen ihr Wachstum einstellen und sich auf den Winter vorbereiten. Ganz spät ausgebrachte Nährstoffe werden von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen, gehen durch Auswaschung verloren.